Der (Traum)beruf Influencer/ Blogger

Hey meine Lieben,

in der letzten Woche wollte ich, dass ihr mir eure Fragen zum Thema Influencer/ Blogger stellt. Um endlich ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen und den „Beruf“ Influencer mal aus der Sicht eines Influencers vorzustellen, beantworte ich heute die meist gestellten Fragen.

Das Wort Beruf habe ich mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt. Denn ich weiß genau, dass es noch einige gibt, die das Ganze lächerlich finden oder nicht verstehen können, wie man damit Geld verdienen kann. Andere wiederum denken, es geht hier nur um Bilder machen, gut aussehen und ein bisschen Schreiben.

Also plaudere ich heute mal etwas aus dem Nähkästchen.

Hierfür stelle ich euch erstmal den Aufgabenblock eines Influencers/Bloggers vor:

♡ Kommunikation und E-Mail-Verkehr mit Unternehmen, Telefonate mit Unternehmen
♡ Erstellung von Verträgen zu verschiedenen Kampagnen, Vertragsbedingungen        festlegen
♡ Ideenplanung und Umsetzung von Instagram Postings (Content Creator)
♡ Bild- und Textverfassung in Absprache mit den jeweiligen Unternehmen und Bestätigung zum Posting abholen
♡ Bekanntheit auf Instagram und dem Blog steigern (täglich bis zu 2h bei anderen aktiv auf Instagram Liken und Kommentieren); Nutzung von Google Analytics
♡ Rechnungserstellung nach erfolgreicher Kampagnendurchführung
♡ Steuererklärung

Das war noch lange nicht alles, denn es müssen Bilder bearbeitet, Locations gefunden werden und und und.

Genau wie jeder andere Berufstätige verbringe ich täglich ungefähr 7-8 Stunden mit dieser „Arbeit“. Also durchaus vergleichbar mit einem 40 Stunden Job. Der Unterschied? Ich gehe trotzdem zusätzlich in Teilzeit arbeiten und erledige all das, was ich euch oben aufgezählt habe noch nach der Arbeit. Und das ist meistens nach 21Uhr. Dazu kommt, dass ich meistens Abend ein Bild auf Instagram hochlade. Darum muss sich gekümmert werden, denn sonst macht einen der Instagram Algorithmus einen Strich durch die Rechnung und das Bild bekommt nicht ansatzweise so viel Bekanntheit wie normalerweise.

Nun aber zu den Fragen, die ihr mir gestellt habt! Ich versuche so gut es geht zu antworten, das kann auch mal etwas länger werden. Aber ich möchte jedem gerecht werden, der sich ernsthaft für dieses Thema interessiert.

♥ Wie lange machst du diesen Job als Influencer schon und wie hat das Ganze angefangen?

So richtig aktiv auf Instagram bin ich seit ca. 2 Jahren. Damals hatte ich noch keine Ahnung, wohin das Ganze mal führen wird. Bei anderen Leuten entdeckte man plötzlich Tee oder Müsli, wofür geworben wurde. Und auch ich wurde zu dieser Zeit das erste Mal von einem Unternehmen angefragt, ob ich für Tee Werbung machen möchte. Kennzeichnung? War da noch ein Fremdwort und ich muss ehrlich sagen, ich habe mich echt darüber gefreut, etwas „umsonst“ zu bekommen und NUR ein Bild dafür zu machen. Denn ich machte das gerne. Ich liebte es schon immer zu fotografieren, Bilder zu bearbeiten und generell war ich schon immer eher der kreative Typ. So ging es los.

♥ Wie hast du es geschafft, dir eine Community aufzubauen?

Ich hab euch gesagt, dass ich ehrlich sein werde. Und das bin ich auch. Zu Beginn wollte man mithalten können. Die Follower bei den Kollegen wuchsen unheimlich schnell, die Bilder wurden immer besser und die Unternehmen mit denen zusammengearbeitet wurde, wurden immer größer.
Irgendwann erhielt ich per DM eine Einladung in eine „Like-Gruppe“. Ich war neugierig und schnell war ich Teil von 3-4 Gruppen á 10 Leuten. Also kommentierte und like ich jeden Tag um die 50 Bilder, nur damit ich mehr Reichweite erzielen kann. Und nebenbei habe ich das auch bei anderen Leuten gemacht, die nicht in dieser Gruppe waren.
Ich weiß noch, wie ich jeden Morgen vor der Arbeit auf dem Bett saß, fast verzweifelt, weil über Nacht wieder 20 Bilder in den Gruppen online gingen, die natürlich von mir kommentiert werden mussten. Meistens waren das auch noch Bilder, die mir eigentlich nie gefielen auf Profilen die mich nicht ansprachen. Schnell verließ mich die Lust, auch wenn es durchaus was brachte, aber diese Zeit wollte ich sinnvoller nutzen und lieber mit meinen bestehenden Followern interagieren.
Seit Langem bin ich raus aus diesen Gruppen, ich sehe einfach keinen Mehrwert dafür. Klar, wenn man ganz am Anfang steht, mag es eine gute Stütze zu sein, aber es fühlte sich nie richtig an.

♥ Ab wann bekomme ich denn nun eine Kooperation?

Bei mir ging es ab 5000 Followern los. Wie gesagt, damals stand diese Branche noch ganz am Anfang. Keiner wusste, was er überhaupt macht oder wofür er steht. Heute kann man auch ab 3000 Followern schon gute Kooperationen erhalten, dafür muss aber die Statistik stimmen.

♥ Wie läuft so eine Kooperation ab?

Ich kann nur von mir aus sagen, dass 80 % der Kooperationen die ich habe, von den Unternehmen ausgehen. Ich also von denen per Mail angeschrieben werde. In absoluten Tiefphasen oder als ich noch etwas kleiner war, habe auch ich viele Unternehmen angeschrieben. Davor darf man keine Scheu haben! Denn wie soll ein Unternehmen auf jemanden aufmerksam werden, wenn man nicht auf sich aufmerksam macht – you know.

In dieser Vorstellungs – Mail wird dann meistens schon besprochen, wie die Zusammenarbeit ablaufen soll. Sprich wie viele Bilder sollen produziert, wie soll das Produkt dargestellt, welche Hashtags sollen benutzt werden und bis wann soll das Bild online gehen. Wenn alles passt, dann hat man oft Freiheiten was die Gestaltung des Bildes angeht. Nur selten gibt es eine genaue Vorgabe.

♥ Wie läuft die Bezahlung mit den Unternehmen ab? / Wie viel verdient man?

Ganz einfach. Ich erstelle eine Rechnung, lege den Zahlungstermin fest und schicke diese an das Unternehmen unter Angabe einer Rechnungsnummer. Das läuft meistens problemlos ab, viele Unternehmen zahlen pünktlich, aber es gibt auch mal Fälle da muss man nochmal nachfragen.
Wie viel ich verdiene? Viele denken, dass sei eine normale Frage und als Influencer sei man verpflichtet darauf zu antworten, denn es sei ja eh kein richtiger Job (Andeutung auf ein Interview mit Caro Daur). Aber geht ihr auch zu euren Arbeitskollegen oder zu einem Date und fragt euer Gegenüber wie viel er verdient? Das Ganze ist eine Anstandsfrage, niemand ist verpflichtet darauf zu antworten. Im Internet findet man schon so viele Infos dazu, genauso wie man sich in einem Tarifvertrag schlau machen kann, wie viel eine Pflegekraft verdient.

Auch ich kann euch keine genaue Antwort geben! Denn es ist immer unterschiedlich und kommt immer auf die Aufträge drauf an. Man kann sagen, dass ich pro Kampagne im 3-stelligen Bereich verdiene. Ich gehe Teilzeit arbeiten und kann trotzdem gut leben. Ich denke das beantwortet die Frage weitestgehend.

♥ Wie werde ich auf Instagram erfolgreich?

Dafür gibt es kein Erfolgsrezept. Ich stecke unheimlich viel Zeit und Arbeit da rein. Nichts kommt von allein und schon gar nicht ohne die nötige Hingabe. Es ist meine Leidenschaft und ich kann hier mein eigener Chef sein. Ich lebe also quasi meine Selbstständigkeit und niemand hat gesagt, dass sowas einfach ist.

Meine Tipps:

♥ seid viel aktiv bei anderen, liket und kommentiert
♥ postet regelmäßig und verliert nie den roden Faden (Thema ansprechender Feed)
♥ bleibt kreativ, erfindet euch neu und zeigt das in euren Bildern (Instagram lädt zum Träumen ein, soll ein Ausgleich zum manchmal stressigen Alltag sein und jeder liebt Inspirationsbilder)
♥ für alle die ein Business-Profil haben: orientiert euch an euren Statistiken, schaut was besonders gut ankommt
♥ bleibt geduldig, man kann nichts erzwingen!

Ich hoffe wirklich, dass euch dieser Beitrag etwas geholfen hat. Ich kann euch einfach sagen, dass ich mir nichts Besseres hätte vorstellen können. Klar, auch ich bin manchmal etwas unmotiviert, aber dafür habe ich meinen Freund, der mich immer wieder aufbaut, mir immer zur Seite steht und mich bei all dem unterstützt!

Für mich ist Instagram ein richtiger Job. Mein Vorteil besteht einfach darin, dass ich diesen von überaus erledigen kann und keinen festen Arbeitssitz brauche.

Und? Wer möchte noch immer Influencer werden? Oder wen hat das Fieber jetzt erst recht gepackt? Schreibt mit gern bei Instagram Sarasi__

Ich wünsche euch eine wunderschöne Weihnachtszeit und vor allem eine schöne Zeit mit eurer Familie! Genießt die Tage und lasst das Handy auch ab und zu mal weg :)

Bis dahin, eure

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11 Antworten auf „Der (Traum)beruf Influencer/ Blogger

  1. Hi, super Post! Aber was ich mich frage, wieso die Influencer (du bestimmt auch) immer Leute blockieren, die weniger Follower haben oder die sie kennen? xoxo

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    1. Hallo liebe Daniela, lieben Dank für dein Kompliment ☺️ Das blockieren macht man sicherlich nicht von der Anzahl der Follower abhängig, sondern von der zwischenmenschlichen Situation ❤️ So kann ich mir das erklären, wie es bei anderen sein könnte :)

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  2. Ein richtig toller Post! :)
    Du hast die Fragen wirklich gut beantwortet und ich denke, dass wichtigste ist es, sich einfach nicht so stressen zu lassen und den Spaß an dem Ganzen nicht zu verlieren. Man setzt sich damit oft selbst unter Druck und verliert diese Dinge dann schnell aus den Augen. ❤️
    Mach weiter so! :)

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  3. Hallo Sarah, selten lese ich mir längere Beiträge komplett durch, aber Du hast Deinen Artikel sehr sympathisch und interessant geschrieben! Schön, mal so eine offene und unverfälschte Sicht zu lesen. VG

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